Schlagwort-Archive: Jeanneau

Ostseeflaute #balticdoldrums

Ein echtes digitales Schiffstagebuch wird das hier ja eh nicht, daher warte ich immer brav auf neue Geschichten. Aber bisher war, bis auf die zahlreichen nautischen Themen wie Windstärken, -richtungen und -drehungen, sowie im Kielwasser gelassene Häfen und Meilen, wie zum Beispiel die Fehmarnsundbrücke, Burgtiefe, Grömitz (und das alles unter tatkräftiger Unterstützung der erweiterten Crew aus der Schweiz ) und Boltenhagen (sehr nette Marina), einfach nichts los. Keine Geschichten am Rande. Ostseeflaute #balticdoldrums weiterlesen

Kontraste in der Hafenwelt

Eigentlich sollte hier erst nach dem Ende des Törns etwas Neues stehen. Aber wie das Leben so spielt…. Innerhalb kürzester Zeit haben wir das Universum der Häfenoptionen von dem einem Extrem in das Andere durchquert. Zur Beruhigung: Es ging ohne „unkontrolliertes Anluven“ ab! [Bemerkung zu besorgten Leserreaktionen auf die „Sonnenschussepisode“: Es ist bei derartigen Dingen wie mit Krankheiten. Suche niemals danach im Internet! Dem kann man nicht vertrauen! Frage lieber vertrauenswürdiges Fachpersonal – was natürlich immer schwer zu finden ist.]
Nach der Umrundung Ærøs mit frischem Wind, Wellen gegenan und viel Wasser auf dem Deck [Erinnerung für die nächste Törnplanung: Ærø beim nächsten Mal einfach mal auslassen] ging es unter Schwachwind über Skjoldnæs wieder über den Kleinen Belt nach Mommark.
Mommark wird zu Unrecht immer noch in den Hafenhandbüchern schlecht besprochen. Ein kleiner, ruhiger und sehr ursprünglicher Hafen, der auch für Schiffe mit mehr als 1,60 m Tiefgang zugänglich ist.

20130720-230441.jpg
Wir haben dort an den Schwimmstegen bestens gelegen und alles gefunden, was wir brauchten. Der Hafenmeister (gleichzeitig Campingplatzwart, Imbissbudenbetreiber und Ansprechpartner für dies&das) war durch nichts aus der Ruhe zu bringen und servierte uns den besten Burger, den wir seit langem gegessen haben. Und das alles mit einem herrlichen Blick auf den Belt und Ærø.

20130720-231002.jpg

20130720-231014.jpg

20130720-231029.jpg
Also Mommark sieht uns wieder….
Dann ging es mit einem fast 180 Grad Kurs und achterlichem Wind um die 3 Bft sehr entspannt in die Schlei nach Maasholm. Die Begrüßung sah wie folgt aus: Wir legen an. Vorleinen sind gerade fest. Bugcrew und Steuermann besprechen noch kurz, ob die white sparrow gut liegt, da schieben schon zwei „alteigesessene Stegbesitzer“ mit einem vorwurfsvollem Fusstritt die beiden Enden der Vorleinen an den Stegrand. Sie lagen tatsächlich „vorschriftswidrig“ ganze 30 cm zu weit vom Rand des 3 m breiten Stegs entfernt. Das musste geahndet werden…. Immerhin stellt sowas eine Unfallgefahr dar! Achja und: „AUF DEM STEG WIRD NICHT GERANNT!“ – Jetzt nicht aufhören zu lesen! Es geht noch ein bisschen besser! – Herzlich willkommen in Deutschland.
Egal. Die Mannschaft bekommt ihren Willen und macht Teile des Hafens auf eigenem Kiel unsicher.

20130720-232240.jpg Das lässt die Stimmung steigen.
Am nächsten Tag geht es die Schlei hoch (oder runter?) nach Kappeln. Dort wird dann Geburtstag gefeiert. Es war eine logistische Höchstleistung, auf 20 Fuß Schiff erstens 1 Woche lang die Geburtstagsgeschenke ohne Schäden und Verlust zu verstecken und zweitens auch noch einen „adäquaten“ Geburtstagstisch zu fabrizieren.

20130720-233428.jpg
Okay, Erdnussflips als Geburtstagskuchenersatz ist jetzt nicht so der Renner, aber wir waren wenigsten kreativ….
Sooo und nun zum bisherigen Höhepunkt der Reise in Sachen: „Oh Gott ein Boot unter 30 Fuss mit Kindern an MEINEM Steg“. Ich sage nur: „Schleswig Stadthafen“. Eigentlich ideal am Ende der Schlei gelegen. Die Fahrt, also von „Fahrt“ kann man nicht schreiben, nennen wir es besser qualifiziertes Treiben… Oder wann kann man auf einem wind(!)getriebenen Gefährt Seifenblasen pusten? (Wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man eine.)

20130720-234146.jpg
Dann also erreichen wir Schleswig Stadthafen. Wie gesagt, schön und günstig gelegen. Aber in Hafenhandbüchern steht eben nix zu Stegnachbarn. Die white sparrow hatte sich kaum in der Boxengasse blicken lassen, da stand ER auf seinem 36 Fuss langen Motorsegeler. Die Boxen waren bzw. sind, das muss man schon zugeben, etwas zu groß für die white sparrow. Aber was soll man machen, wenn alle Welt eben nichts unter 30 Fuß mehr fährt und die Hafenbetreiber darauf reagieren müssen. Wir tuckern also in die Gasse und pieken in eine freie Box.
1. Akt: Kaum sind die Heckleinen über dem Dalben, der erste Kommentar von IHM: „Das wird wohl nicht reichen!“ (Er meinte die Länge der Festmacher). Ich zu mir selbst: „Denkste, kurzes Schiff langer Festmacher. Auf die Länge kommts eben ab und zu doch an. So billig lass ich mich nicht abspeisen“. zu IHM: „Schau mal mal“ *grins*
2. Akt: Vorne ist die white sparrow am Steg angekommen. ER hilft nicht die Vorleine anzunehmen. Das erledigt mittlerweile jemand Anderes (Danke nochmal auf diesem Weg). Die Heckleinen reichten (natürlich!) und die Vorleinen liegen nun lose um die Poller. ER: „Wenn Sie da drüben (er weist auf die andere Seiten des Stegs an dem ein paar kleine Fischer- und Motorboote liegen) anlegen, geht es einfacher mit dem rauskommen aus dem Boot, da ist nämlich eine Zwischentreppe.“ Da hätte er mich fast gehabt… Ich: „Achja, das ist eigentlich besser.“ ER (nun körperlich unterstützt durch seine Frau): „Wenn hier Wind aufkommt, schwojt ihr Boot ohnehin zu sehr, auch wenn Sie die Heckleinen kreuzen!“ Ich, immer noch guten Willens: „Hm, wie komme ich denn da hin?“ ER: „Da müssen Sie ganz außen rum.“ Einwand vom Bug der white sparrow: „Die Dalben sind eventuell zu schmal.“ ER sofort: „Nee, nee das passt schon, machen Sie mal.“ Und das war bei mir zu viel des Guten.
3. Akt. Renitenz. Ich denke mir: „Komm, was soll’s“. Es sind (was zutrifft) reichlich freie Liegeplätze auch für dicke Schiffe im Hafen vorhanden. Wir nehmen also niemanden was weg. Außerdem fällt mir auf: „Wind? Sagte er Wind?“ Es waren den ganzen Tag über unglaubliche 2 Bft „Wind“. Und die Vorhersage liegt bei einem Bft. Da schiesst mir dieses Quentchen Provokation ins Blut und ich sage: „Ach vielen Dank für den Tipp. Aber wissen Sie, wir sind breiter als wir aussehen… *grins* Das passt wahrscheinlich mit der anderen Box nicht (tatsäclich war uns sowas schon passiert). Und es ist doch ganz schön hier…“ Und fröhlich flötend in Richtung der eigenen Stegcrew: „Mach mal feeeheest…“ Kurz danach überfroren Teile des Hafens.
Unseren Senf bekamen wir natürlich auch von der anderen Seite der Box (Immerhin haben die ja auch Fenderschonbezüge mit dem Namen des Schiffes eingestickt…- ich frage mich immer wieder wozu eine Fender, der was vom Schiff abhalten soll, eigentlich „geschont“ werden muss) durch unverhohlene Hinweise auf die Außenliegeplätze für die „kurzen Schiffe“. Irgendwie haben es die heute alle mit der „Länge“ gehabt. Dabei weiss man doch eigentlich, dass auch die Technik wichtig ist…
Auch das war egal, wir haben Eis gegessen und fünf gerade sein lassen. Daher konnten wir jedefalls den Sonnenuntergang geniessen.

20130721-002420.jpg

20130721-002436.jpg

20130721-002453.jpg

Die Minipfingsttour

Es ist ja nicht so, als ob wir es nicht versucht haben…. Wetter ist, also haben wir uns am Sonntag trotz Leichtwind-,Regen- und Trubelwarnung auf den Kiel gemacht und sind am Sonntag nachmittag nach Schilksee – nun ja – gesegelt. Nach dem Ablegen ging es bis zur Möltenorter Bucht gut. Danach war qualifiziertes Treiben angesagt. Nach dem Vorschlag gegenüber der Mannschaft, doch wieder zurück zu treiben, das versprochene Eis im heimatlichen Düsternbrooker Hafen zu verköstigen und der fast an eine Meuterei grenzenden (und meines Erachtens sehr unsouveränen) Reaktion des minderjährigen Teils der Mannschaft, wurde der Motor angeworfen. Aufgrund der fehlenden Schallisolierung (wieder am falschen Ende gespart) ging es dann fast kommunikationslos nach Schilksee.

Natürlich gab es dort dann kein Eis mehr! Die Mannschaft zog es vor, sich mit französichen Mehlspeisen gepaart mit Nutella, Gebratenem vom ganz sicher nicht ethisch einwandfrei gehaltenem Tier und Getränken, die sicherlich in Prenzlauer Berg die Eltern nicht einmal ihren Kinder gegenüber erwähnen würden, den Magen vollzuschlagen und dann fast komatös in die klamme Koje zu sinken.

Am nächsten Morgen boten sich die folgenden Bilder:

Die white sparrow am Steg 4 Schilksee
Noch immer Nebel
Blick auf das Gebäude des Hafenmeisters von Steg 4
Blick auf das Gebäude des Hafenmeisters von Steg 4
Blick auf das Hafenbecken von Schilksee
Und noch mehr Nebel – nun aber aus einer anderen Perspektive…
Blick auf den Hafen Schilksee bie viel Nebel
Blick auf den Hafen Schilksee bei viel Nebel

 

Fassen wir zusammen. Nebel! Reichlich Nebel. Nun soll es (wir haben sie gesehen) Leute mit Schiffen geben, denen sowas nichts ausmacht. Die haben Radar und solche Sachen an Bord. Oder eben mehr in der Hose. Egal – wir haben nicht los gemacht. Uns fehlt es an einem Radar (ich habe demnächst Geburtstag…) und… lassen wir das.
Also mit anderen Worten, wir sind erst einmal gediegen Schwimmen gegangen. Dann kurz bevor wir aufgeben, das Boot in Schilksee lassen und den Bus nach Hause nehmen wollten, lichtet sich gegen 15:00 Uhr der Nebel und wir konnten los. Die Fahrt zurück gestaltete sich mit achterlichem Wind sehr angnehm und der Nörgelfaktor an Bord sank auf Null. Herrlich.
Und das Ganze schön digital:


Pfingsten 20. Mai 2013 auf einer größeren Karte anzeigen

Wasser im Boot

Auf der Seite sun2k.fr wird reichlich über ein Problem diskutiert, welches mich in diesem Sommer auch erwischt hat: Der Ankerkasten ragt in das Innere der Kabine. Zwischen der Außenhaut und dem Ankerkasten besteht daher ein Spalt von ca 10 cm.

Wasserauslass zwischen Ankerkasten und Außenhaut

Damit der Ankerkasten entwässern kann ist von dem Ankerkasten durch die Kabine hindurch ein Rohr gelegt, welches das sich im Ankerkasten befindliche Wasser nach außen leitet. Dieses Rohr war nicht vollständig dicht. Nach einer etwas unruhigern Fahrt zu Pfingsten, leckte Wasser von außen durch den Rohrdurchbruch in die Innenkabine. Offenbar suchte sich das Wasser dann den Weg nicht nur in die Kisten und bis in das Heck der white sparrow, sondern auch in die Zwischenräume zwischen Innen- und Außenschale. Ich habe nach dem Törn ca. 5 l Wasser aus dem Schiff entfernt. Um weiterhin kontrollieren zu können, ob sich noch mehr Wasser im Boot befindet, habe ich in die Innenschale eine Inspektionsklappe eingebaut.

Zwischenstadium
Einbau der Inspektionsluke
fast fertig…

Dies erlaubte mir dann, den Innenraum zwischen Innen- und Außenschale einsehen zu können.

Blick in den Bug
Blick bugwärts, innen
Blick nach achtern backbord
Blick nach achtern steuerbord

Dennoch höre ich weiterhin Wasser im Runpf plätschern, obwohl die white sparrow derzeit an Land liegt. Ich könnte da noch ein paar Tips gebrauchen….

Saisonende und Hafentrailer

Es musste ja kommen – das Ende der Saison. Heute haben wir den Mast leider schon gelegt, obwohl es eigentlich zum Sliptermin noch ein paar Tage hin sind. Es ging erstaunlich zügig und unproblemtaisch. Das Wetter meinte es gut mit uns, frischer Wind und vieeel Sonne.
Berichtenswerter ist jedoch ein neuer Anlauf bei der Suche nach der Antwort, wie die white sparrow den Winter am Land übersteht. Ich hatte ja schon über das Projekt Hafentrailer berichtet . Vor drei Wochen wurde der neue Hafentrailer durch die Weihe Yachting GmbH geliefert. Und das ist es, das Prachtstück:
Weihe Yachting Trailer
Und aus einem anderen Blickwinkel:
Weihe Yachting Trailer front
Nun muss beim Sliptermin der Trailer noch an das Boot engpasst werden und die Hoffnung steigt, dass in diesem Winter das etwas umständliche Liegen auf dem Boden um Antifouling zu streichen, ein Ende hat.
Und weil es so schön ist, noch ein Bild:
Weihe Yachting Trailer side
Ein paar Updates bezüglich einiger technischer Änderungen kommen noch – stay tuned…

Kappeln, Maasholm, Eckernförde und Rendevouz „Surprise“ und „Black Pearl“ II

(Forts.)
Nach dem Ablegen in Maasholm (09.07.) empfängt uns die Ostsee ruppig und mit 4 Bft aus S-SE. Mit Reff 1 im Groß geht es die Küste nach Süden entlang Richtung Eckernförder Bucht. Diese begrüßt uns mit auffrischendem Wind und einer sich immer stärker ausprägenden Welle. Trotz des Reffs geht es mit 6 Knoten und mehr nach Eckernförde. Dort finden wir im Hafen „Im Jaich“ einen etwas überdimensionierten Liegeplatz. Scheinbar sind Schiffe in unserer Kategorie in den Häfen der Ostsee Mangelware. Die Hafenbetreiber richten sich offenbar immer mehr auf die Kategorie „30 Fuß plus“ aus.
Der Wetterumschwung kam am späten Nachmittag mit einer Gewitterfront, die dem gemeinsamen Ausflug der beiden Crews der Eszra (alias Surprise) und der white sparrow abrupt beendete. Da der Markt im Hafen und die Bonbonfabrik bereits besichtigt waren, wog das jähe Ende nicht so schwer. Für die jüngeren Crewmitglieder endete der Tag mit einem Kinoabend:

Kinoabend auf deer white sparrow
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten bewies die Kajüte der white sparrow, dass sie auch für derartige Events geeignet ist.
Am nächsten Tag wurde aufgrund der Wetters ein Hafentag eingelegt. Der Schwerpunkt lag auf dem Besuch des Schwimmbades. Am Abend wurde nochmals fleissig und erfolgreich geangelt. Das angelnde Crewmitglied der white sparrow schnitt mit einem Wittling zwar gewichtsmäßig als zweiter Sieger ab. Da es aber der erste Fisch überhaupt war, wurde das natürlich noch kurz gefeiert. Leider fehlt zu diesem Ereignis der dokumentarische Beweis.
Noch in der Nacht wurde die Kühlkammer der white sparrow angeworfen, um den Fang einzubunkern. Mit diesem Ereignis endete der Hafentag in Eckernförde.

Erster Testörn auf dem Wasser und im Blogbuch

Am Wochende war es dann soweit, die white sparrow brach zum ersten Minitörn der Saison auf. Leider ohne Rigg und somit nur unter Motor. Bilder gibt es diesmal keine aber ein einen .kml Track. Die Einbindung des Tracks sieht man hier


Testtörn am 14.04.2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Es handelt sich um eine iFrame Einbindung über ein Google Account.