Schlagwort-Archive: Antifouling

#Frühjahrsputz und Start in die Saison

Huch? Ist es wirklich schon März?  Wird also Zeit mal wieder diesen verwaisten Blog zu revitalisieren. Wie ich gerade feststellen muss, schon zum zweiten Mal. Und weil es Frühjahr ist, lege ich wieder los (mal sehen wie lange es anhält…)

Mal einen auf dicke Hose machen - Frühjahr auf der exlusivsten Insel Deutschlands
Mal einen auf dicke Hose machen – Frühjahr auf der exlusivsten Insel Deutschlands

#Frühjahrsputz und Start in die Saison weiterlesen

Star-Wars-Outfit vor dem Saisonbeginn – say no more…

Was für eine lange Blogpause! Es waren ja unglaubliche Mengen an Leserinnen und Leser, die immer wieder nachfragten, wann es denn nun hier auf der Seite weitergeht. Dramatische Szenen spielten sich in meiner Mailbox ab… Aber die letzten Momente der Wintersaison fordern ihren Tribut. Da musste das Bloggen hinten an stehen. Daher im Schnelldurchlauf die letzte Entwicklungen (über die ersten Kontruktions- und Lackierarbeiten hatte ich ja berichtet):

Das Ruder hat einen neuen Anstrich bekommen. Schleifen, streicheln (!), schleifen, streichen.

Ruderblatt
Ruderblatt in Behandlung

Danach stand der alljährliche und immer wieder gern gemachte Antifoulinganstrich an. Nachdem ich in den letzten Jahren mir nicht selten die Frage gestellt habe, warum Tetrahydrocannabinol (die Älteren unter uns nennen es Gras, Pott, Haschisch etc.) auf der Liste der verbotenen Betäubungsmittel steht, während das Zeug das als Lösungsmittel in meinem Antifouling steckt, frei handelbar ist (nix gegen etwas Bewusstseinserweiterung – aber muss es unbedingt auf dem Winterlager sein), habe ich in diesem Jahr aufgerüstet. Gesundheitsförderlich, datenschutzkonform und im stylischen Star-Wars-Design (Dank an @jdkinf auf Twitter – ihr wisst schon dieses Social Media Dings –  für diesen Hinweis) ging es dann an die white sparrow.

Winterlagereinsatz im Star Wars Outfit
Podracetaugliche, datenschutzkonforme Schutzausrüstung beim Antifoulingstreichen im Winterlager

Die hat dann auch gleich noch ein farbliches Upgrade bekommen. Teile der Bootscrew wollten unbedingt mehr Farbe beim Segeln. „Pink mit Glitzereffekt“ war bei Teilen der Crew erste Wahl. Was bin ich froh, dass Farbenproduzenten konservativ sind. Barbiefarben gibts beim Antifouling (noch) nicht. Man stelle sich nur mal die Diskussionen am Steg vor…. Nun ist es also klassisches Blau geworden, langweilig, konservativ und kein Gespräch am Steg wert….

Antifouling Anstrich
Dieses Jahr machen wir mal blau…

Einen Einbau einer weiteren Revisionsklappe und dem Polieren von stehendem Gut später

Stehendes Gut
Stehendes Gut vor dem Polieren im Keller

war es dann soweit. Ein kurzer Flug:

19. April 2014 Slippen in Wellingdorf
Die white sparrow in ihrer ganzen Pracht
19. April 2014  Slippen in Wellingdorf 1
Fliegende Schiffe – mal wieder
19. April 2014 Slippen Wellingdorf
Im Gegenlicht sieht es dramatischer aus…

nach dem Mast stellen und knapp 6 sm weiter, steht die white sparrow an ihrem neuen Liegeplatz.

Neuer Liegeplatz
Neuer Liegeplatz
Noch etwas einsam, aber das sollte sich bald legen
Noch etwas einsam, aber das sollte sich bald legen

Damit löst sich auch das „Rätsel“ von einem der vorangegangenen Beiträge. Der neue Liegeplatz ist Schilksee. Was das nun wieder an Neuem und Berichtenswerten bringt, darauf bin ich auch gespannt.

Saisonvorboten

Es wird wärmer und die Finger fangen an zu jucken. Heute habe ich mich in einem Laden mit Apothekenpreisen nach Antifouling umgesehen. Der Dialog war fast filmreif:

Ich: „Das Antifouling Hempel Glide Cruise ist nicht mehr im Programm?“

Verkäufer 1: “ Ja richtig, Hempel hätte ich eh nicht genommen *demonstrativ nach unten guckend*…“

Ich (kurz überlegend, ob ich mein Geld woanders lasse): „Haben Sie denn eine Alternative? Ich habe mich nunmal dafür entschieden und will keinen neuen Farbaufbau machen.“

Verkäufer 2: “ Mille Ultimate soll  man überall rüberstreichen können“

Verkäufer 1: „Das ist falsch, das geht nicht“

Verkäufer 2 “ Stand aber in der Yacht“ (Es geht doch nichts über sich eigenständig weiterbildendes Personal; welches die technischen Fachblätter der Chemieindustrie ducharbeitet….)

Verkäufer 1: „Das ist Quatsch, ich würde das nicht machen“

Ich (etwas ungeduldig werdend): „Und nun?“

Verkäufer 1: “ Ja, das ist schwierig, denn das ist ja wie das VC Zeug ( er meinte wohl die Produktpalette von International), da hält ja nur das Gleiche drauf. Das ist ja so ein Hartantifouling“ (nach einem Katalog von diesem (!) Jahr – man erinnere sich, die Änderung der Lieferprogramms hatten wir am Beginn des Gespräches festgestellt- fingernd).

Ich (irritiert): „Nee, das ist selbsterodierend“

Verkäufer 1: „Das kann nicht sein. Bei Glide ist immer Teflon drin“

Ich (über den Sinn dieser Aussage nachgrübelnd): „Aha!“

Zwischenakt. Katalog 2011 und 2010 werden durch Verkäufer 1 befragt und gelesen.Verkäufer 2 spielt gelangweilt mit einer gebrauchten Opferanode. Man findet „mein“ bisher verwendetes Produkt und stellt fest, ich habe Recht. Mein altes Antifouling ist natürlich selbsterodierend. (Irgendwo in mir muss ein Kessel mit sehr sehr heißem Wasser und einer Gasflamme darunter stehen)

Verkäufer 1: „Dann weiss ich das auch nicht. Das Hempel Zeugs ist eben schlecht.“

Ich: Stumm nach einem adäquaten Antwort suchend.

Indessen greift Verkäufer 1 zum Telefonhöhrer und ruft den Produktsupport von Hempel an: „Guten Tag, hier **** . Ich habe hier einen Kunden, der hat Glide Cruise im letzten Jahr gefahren. Welches Antifuling kann er denn jetzt streichen? Hm, Danke. Tschüß.“ Zu mir gewandt: „Also die sagen: Mille Ultimate kann gestrichen werden.“

Verkäufer 2 (gaaaanz leise mit den Achseln zuckend): „Hab‘ ich doch gesagt.“

Das Danke habe ich mir noch rausgepresst. Mitgekommen um mir zu zeigen, wo es steht, ist keiner.

Das Ergebnis für mich: Nie wieder dieser Laden. Nicht nur, dass man mich für blöd und inkompetent hält. Es ist auch ein Totalausfall an Beratung. Denn Ahnung hatte offenbar keiner von den beiden. Eine Hotline anrufen kann ich auch. Der Verkäufer 2 konnte sich wenigstens an einen Artikel in einem Sportmagazin erinnern. Wer Geld offline machen will, muss als Unternehmen mehr bieten als Mitarbeiter beschäftigen, die die eigenen Kataloge lesen und Telefonnummern wählen können.Und selbst wenn die Herrschaften anderer Auffassung sind, was die Qualität von Produkten angeht, machte es in der Situation keinen Sinn, mir das unter die Nase zu reiben. Dass in der Regel ein Wechsel des Produktes mit einem Haufen Arbeit und Kosten verbunden ist, sollte in dieser Branche jede/r wissen.