Damp & Fußballeuropameisterschaft

Eine entspannte „Überfahrt“ nach Damp hat uns gestern Rasmus beschert. Bei SE 3-4 Bft ging es flott von Bülk nach Damp, nachdem zuvor die Kieler Innenförde mit unglaublichen 0 Windstärken noch die Befürchtung nährte, den Glauben an die CO2-Neutralität des Segelsportes ablegen zu müssen. Der Quirl war bis Laboe an, konnte dann aber in den vorläufigen Feierabend geschickt werden.
Zwar mussten der Crew noch Seebeine wachsen, doch nachdem das auch geschafft war, stieg die Stimmung deutlich. Mit östlichen Winden lagen wir am Gastliegersteg in Damp etwas unruhig. Aber auch das war kein Grund Trübsal zu blasen, da „public viewing“ erst einmal im Vordergrund stand!
Die Nacht war geprägt durch Gewitter der feinsten Art und auch der heutige Tag brachte nur wenig Beruhigung in der Atmosphäre. Morgen soll es besser werden…

Erster Kaffee der Saison

Kaffeekanne
Nachdem ich ein paar kleinere Reparaturen durchgeführt habe (irgendwas ist ja immer) blubbert nun mein erster selbstgebrauter Bootskaffee auf dem Kocher. Zeit genug darüber zu sinnieren, wie ungerecht die Welt manchmal ist – Nein – nicht weil die white sparrow kein Gennaker hat, die Stehhöhe fehlt oder eine Duschkabine den Komfort erhöhen würde – Nein – ich denke gerade an all diejenigen, die eben nicht das Glück haben sich ruhig schaukeln zu lassen und dem Wind in den Wanten zu lauschen. Bei in Spitzen angesagten 28 kn Wind muss ich nicht raus – auch so ein Luxus. So wie das Alles hier Luxus inklusive selbiger Probleme ist….

Kaffeetasse

Erster Testörn auf dem Wasser und im Blogbuch

Am Wochende war es dann soweit, die white sparrow brach zum ersten Minitörn der Saison auf. Leider ohne Rigg und somit nur unter Motor. Bilder gibt es diesmal keine aber ein einen .kml Track. Die Einbindung des Tracks sieht man hier


Testtörn am 14.04.2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Es handelt sich um eine iFrame Einbindung über ein Google Account.

Saisonvorboten

Es wird wärmer und die Finger fangen an zu jucken. Heute habe ich mich in einem Laden mit Apothekenpreisen nach Antifouling umgesehen. Der Dialog war fast filmreif:

Ich: „Das Antifouling Hempel Glide Cruise ist nicht mehr im Programm?“

Verkäufer 1: “ Ja richtig, Hempel hätte ich eh nicht genommen *demonstrativ nach unten guckend*…“

Ich (kurz überlegend, ob ich mein Geld woanders lasse): „Haben Sie denn eine Alternative? Ich habe mich nunmal dafür entschieden und will keinen neuen Farbaufbau machen.“

Verkäufer 2: “ Mille Ultimate soll  man überall rüberstreichen können“

Verkäufer 1: „Das ist falsch, das geht nicht“

Verkäufer 2 “ Stand aber in der Yacht“ (Es geht doch nichts über sich eigenständig weiterbildendes Personal; welches die technischen Fachblätter der Chemieindustrie ducharbeitet….)

Verkäufer 1: „Das ist Quatsch, ich würde das nicht machen“

Ich (etwas ungeduldig werdend): „Und nun?“

Verkäufer 1: “ Ja, das ist schwierig, denn das ist ja wie das VC Zeug ( er meinte wohl die Produktpalette von International), da hält ja nur das Gleiche drauf. Das ist ja so ein Hartantifouling“ (nach einem Katalog von diesem (!) Jahr – man erinnere sich, die Änderung der Lieferprogramms hatten wir am Beginn des Gespräches festgestellt- fingernd).

Ich (irritiert): „Nee, das ist selbsterodierend“

Verkäufer 1: „Das kann nicht sein. Bei Glide ist immer Teflon drin“

Ich (über den Sinn dieser Aussage nachgrübelnd): „Aha!“

Zwischenakt. Katalog 2011 und 2010 werden durch Verkäufer 1 befragt und gelesen.Verkäufer 2 spielt gelangweilt mit einer gebrauchten Opferanode. Man findet „mein“ bisher verwendetes Produkt und stellt fest, ich habe Recht. Mein altes Antifouling ist natürlich selbsterodierend. (Irgendwo in mir muss ein Kessel mit sehr sehr heißem Wasser und einer Gasflamme darunter stehen)

Verkäufer 1: „Dann weiss ich das auch nicht. Das Hempel Zeugs ist eben schlecht.“

Ich: Stumm nach einem adäquaten Antwort suchend.

Indessen greift Verkäufer 1 zum Telefonhöhrer und ruft den Produktsupport von Hempel an: „Guten Tag, hier **** . Ich habe hier einen Kunden, der hat Glide Cruise im letzten Jahr gefahren. Welches Antifuling kann er denn jetzt streichen? Hm, Danke. Tschüß.“ Zu mir gewandt: „Also die sagen: Mille Ultimate kann gestrichen werden.“

Verkäufer 2 (gaaaanz leise mit den Achseln zuckend): „Hab‘ ich doch gesagt.“

Das Danke habe ich mir noch rausgepresst. Mitgekommen um mir zu zeigen, wo es steht, ist keiner.

Das Ergebnis für mich: Nie wieder dieser Laden. Nicht nur, dass man mich für blöd und inkompetent hält. Es ist auch ein Totalausfall an Beratung. Denn Ahnung hatte offenbar keiner von den beiden. Eine Hotline anrufen kann ich auch. Der Verkäufer 2 konnte sich wenigstens an einen Artikel in einem Sportmagazin erinnern. Wer Geld offline machen will, muss als Unternehmen mehr bieten als Mitarbeiter beschäftigen, die die eigenen Kataloge lesen und Telefonnummern wählen können.Und selbst wenn die Herrschaften anderer Auffassung sind, was die Qualität von Produkten angeht, machte es in der Situation keinen Sinn, mir das unter die Nase zu reiben. Dass in der Regel ein Wechsel des Produktes mit einem Haufen Arbeit und Kosten verbunden ist, sollte in dieser Branche jede/r wissen.


Licht am Ende des Tunnels

Der aktuelle Trailer hat sich als unbrauchbar erwiesen, da das Schiff im Winterlager zu tief liegt und ein halbwegs vertretbares Streichen des Unterwasserschiffes, des Schwertkastens sowie des Schwertes unmöglich ist.

Schwert Sun2000 white sparrow

Achwert Sun2000 white sparrow

Schwert Sun2000 white sparrow
Daher muss etwas Neues her. Ich habe mich für einen lokalen Anbieter entschieden. Weihe Yachting wird einen Trailer konstruieren, bei dem die white sparrow ca. 1,60 m hoch gelagert wird und somit das Schwert fast vollständig ausgefahren werden kann. Weihe Yachting hat mir bei der Planung wertvolle Unterstützung und Beratung gegeben und konnte im Preis-Leistungsvergleich überzeugen. Überzeugt hat mich auch, dass eine individuelle Vermessung durchgeführt wurde. Andere Anbieter sahen dies als nicht erforderlich an und boten nur Lösungen „von der Stange“.

Hier nun der geplante Trailer:
Problematisch bei der Konstruktion ist natürlich, dass das Schiff, anders als bei Kielschiffen, nicht auf dem Schwert stehen kann. Die Seiten der Jeanneau Sun 2000 sind andererseits nicht dafür ausgelegt, das gesamte Gewicht des Schiffes aufzufangen.

Also musste ein Standardhafentrailer angepasst werden. Die in der Abbildung erkennbaren mittleren Auflagen werden die Hauptlast des Schiffes tragen. Eine dieser Stütze ist auf Höhe des Grundballasts montiert. Dadurch wird das Gewicht auf eine größere Fläche in den Rumpf abgeleitet. Im Wesentlichen verteilt sich dadurch die Gesamlast wie bei Schiffen, die auf ihrem Kiel stehen.

Hafentrailer Weihe Yachting

Hafentrailer Weihe Yachting

Die schmatischen Abbildungen wurden freundlicher Weise von Weihe Yachting zur Verfügung gestellt. Eine Weiterverwendung der Abbildungen ist nur mit Genehmigung des Unternehmens zulässig.