Reviererkundung No. 2 – Fehmarn

Der Winter will in Schleswig-Holstein keinen Einzug halten. Die Temperaturen erreichen Bereiche, die zur Kieler Woche fast als „Wärmerekord“ durchgehen würden (okay- das ist ein Insiderwitz für die Kielerinnen und Kieler). Daher fängt man schon wieder an, ans Segeln zu denken und vergisst dabei, dass es ja noch fast 4 Monate sind, bis das Boot wieder aufschwimmt.

Antifouling ist jedenfalls schon gekauft. Das gute Mille Ultimate von Hempel wird in diesem Jahr wieder appliziert. Ein recht durchsetzungsstarker Teil der Crew verlangte nach mehr „Farbe“. Da „Pink mit Glitzer“ gerade aus war, ist es am Ende „darkblue“ geworden (hoffentlich macht es das Boot nicht kleiner – so wie Querstreifen dick machen….). Wenn der kühle Sommer noch ein bisschen so bleibt, dann wird wohl schon an diesem Wochenende das Unterwasserschiff seine erste Lage Antifoulng bekommen. Irgendwie steckt ja in jedem so ein ich-habe-das-Boot-schon-im-Herbst-fertig-gemacht-Streber.

Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich heute über die zweite Reviererkundungsfahrt berichten. Wir waren auf Fehmarn und haben für 2 Tage die Seele baumeln lassen. Details über das Hotel lasse ich mal weg. Die Einzigartigkeit dieser architektonischen Sünde ist schon wieder so gut, dass dieser – ja, man muss sagen – Komplex  (für kunstbanausige Laien natürlich  kaum nachvollziehbar) unter Denkmalschutz stehen müsste.

Der Blick aus den Hotelzimmer auf die Lübecker Bucht war jedoch atemberaubend,

Kitesufer sind hier häufiger am Start…
Blick in Richtung Festland Südwest

in der Nacht hatten wir einen guten Blick auf Großenbrode

Nachtaufnahmen üben wir nochmal

und der Sonnenaufgang war auch nicht zu verachten.

Sonnenaufgang

Da man nun schon einmal hier war, entschlossen wir eine landseitige Inspektion der beiden in der Nähe liegenden Sportboothäfen. Man kann sagen, sie stellen beide einen guten Schnitt durch den Stand der Häfen der 70iger – 90iger Jahre des letzten Jahrhunderts dar.

Burgtiefe als Ausdruck des unbändigen Selbstvertrauens schleswig-holsteinischer Tourismusbeamten strömt den Charme eines Betonghettos auf dem Wasser aus. Ob aus Sicht einer guten Seemannschaft es wirklich intelligent ist, die Boxen im Kreis anzuordnen, lass ich mal dahingestellt und werde im Sommer meine Erfahrungen damit machen.

Kreissteg
Derzeit noch gähnende Leere

Der Blick jedenfalls wird an die Eindrücke aus der Schlei im letzten Jahr weder in die ein noch die andere Richtung nicht herankommen. Beton wohin das Auge blickt.

Blick auf Burgstaaken
Beton…

Aber die Infrastruktur scheint zu stimmen. Sanitäranlagen, Gastronomie, Kinderspielplätze und Strand sind in Schlagdistanz. Auch die Einfahrt scheint, zumindest von Land aus betrachtet, einfach zu sein.

Der Gegensatz dazu ist der andere Hafen von Burg. Zumindest kann man hier von einem „echten“ Hafen mit Fischern, Werften etc. sprechen. Die Schwimmstege waren wohl 1995 noch neu…

Schwimmstege in Bursgtaaken mit U-Boot und Betoncharme

Sicherlich eine gute Adresse im Sommer, wenn man mal was am Boot „erledigen“ muss und entsprechende Unterstützung braucht. Ob sich hier ein Gefühl der Erholung bei längeren Liegen einstellt, wage ich aufgrund der reichlich vorhandenen „industriellen Infrastruktur“ zu bezweifeln. An frischen Fisch hingegen wird es wohl nicht mangeln….

Fischerhafenidylle in Burgstaaken im Winter

Zu den Sanitäreinrichtungen äußere ich mich mal nicht. Nur soviel: Ich kann mich erinnern, dass ich bei meinem ersten Besuch vor mehr als 10 Jahren den Container irgendwie „schrabbelig“ fand.

In jedem Fall hoffe ich, diese Hafenbewertung im Sommer von der Wasserseite aus verifizieren zu können. In den Törnplan werden beide Häfen schon mal mit aufgenommen.

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