Iron Blogger Kiel, Segelnerds und ihre Gadgets (Palstimo Bilgen Pumpe 925)

Letzte Woche habe ich geschwänzt und € 5 berappen müssen. Aber ich bin wenigstens nicht auf der Strafbank, wie der @henrykrasemann, @sven_thomsen oder @kaffeeringe. Nun gut verweilen wir nicht bei dieser traurigen Seite des Bloggens in Kiel. Wenden wir uns anderen Dingen zu: Dem Stand der Sonne, nicht sehr hoch und daher kaum praktische Segelthemen vorhanden, und damit weiteren Fragen rund ums Segeln. Bei der Planung dieses Blogs fiel mir die Frage ein, ob dieser Blog hier eigentlich Ausdruck eines tief verwurzelten Nerdismus meinerseits ist. Der/die humanistisch umfassend gebildete Leser/in wird natürlich sofort aufmerken und feststellen: „Nerdismus“ das Wort steht nicht im Duden! Hach ja! Dann zieh ich eben die Künstlerische-Freiheit-Karte. Aber den Begriff Nerd gibt es wohl. In Wikipedia findet man dazu folgendes:

Nerd [nɜːd] (engl. für Fachidiot, Computerfreak, Sonderling, Streber / Geek, Außenseiter) ist ein gesellschaftliches Stereotyp, das besonders für in Computer, Science-Fiction oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen steht. Manchmal wird auch ein überdurchschnittlicher Intelligenzquotient (IQ) als begleitende Eigenschaft genannt. Am häufigsten sind Computerenthusiasten gemeint. Während der Begriff ursprünglich negativ, insbesondere im Sinne von sozialer Isolation, besetzt war, hat er sich in Internetcommunitys und unter Computerspielern und -freaks zu einer selbstironischen Eigenbezeichnung gewandelt.[1]

Also der Teil: „überdurchschnittlicher IQ“ passt natürlich (diese Aussage lasse ich mal wirken) Und? Protest? Nee. Naja der Rest ist wenig schmeichelhaft aber den Segelnerd gibt es. Er nennt sich nur anders: Yachti. Er liest den Palstek (und natürlich nicht die Yacht) und begründet übermäßige „Pflege“ des Bootes mit dem Argument des „Werterhaltes“. Die Installation neuer Technik, gern auch kombiniert mit dem tagelangen Studium irgendwelcher Fachartikel und Bewertungen im Internet, wird nicht allzuselten mit dem Argument, es handele sich doch hier um die Umsetzung der Anforderungen an die Ausrüstung nach SOLAS Kapitel V. Abolutes Totschlagargument (wenn z.B. im familiären Verbalnahkampf nichts mehr wirkt) ist der Verweis auf die „gute Seemanschaft“.

Nun ja. Mit irgendeinem dieser Argumente erklärte ich den Erwerb der Palstimo Bilgen Pumpe 925. Nach einem kleinen bisschen Recherche fand ich auch einen Anbieter, der mir dieses Wunderwerk der Technik unter € 80 verkaufen wollte. Und nach einer Weile stand das gute Stück in seiner ganzen Pracht im Haus.2014-02-12 012

Neben diversen weiteren technischen Zeichnungen, die ich den geneigten Lesern hier ersparen möchte, fand sich die folgende „Explosionsgrafik“ im Anleitungsheft. Wie man sieht, eine Pumpe ist definitiv nicht derart trivial wie man meinen möchte. Da geht einem das Seglernerdherz auf.2014-02-12 011Ich habe das gute Stück (es kam als Ganzes) dann ersteinmal so weit es ging demontiert. Man will ja wissen, ob Alles dabei ist. Lego für Segelnerds…

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Das war noch der interessantes Teil. Die Pumpe ist übrigens, anders als es die Bilder vermitteln, recht voluminös. Knapp 45l pro Minute bei 45 Pumpenschläge wollen immerhin transportiert werden. Verständlich dass sowohl ein Ein- als auch ein Auslass die Pumpe zieren. Beide um 360° drehbar mit einem Durchmesser von 25mm. Das erscheint auf dem Papier auch wenig. Ich ahne aber, dass beim Verlegen der Schlauch schwer zu bändigen sein wird.

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Seine ganze Pracht entfaltet das gute Stück im ausgefahrenen Zustand. Der Schwengel ist in der Pumoe integriert. Das was übrigens ein Grund zugunsten des Erwerbs ebendieser Pumpe. Während der schwarze Teil rechts hinter der Bordwand verschwindet, bleibt der Rest sichtbar. Hatte ich schon den Durchmesser der Pumpe zum Besten gegeben? Nein? 140mm! Das bereitet mir noch Kopfschmerzen. Wie bekommt man ein derartig großes Loch sauber in das Boot gesägt? Das wird sicherlich einen Beitrag geben.2014-02-12 009

Chice Pumpen aus einer anderen Perspektive, die zeigt, dass der Hebel versenkt werden kann. Somit wird das ganze Monstrum dann doch wieder etwas kompakter.

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Was letztlich aussteht ist noch die Entscheidung wohin mit dem guten Stück auf dem Boot und wo den Ausfluss anbringen. Dazu ist zu gegebener Zeit sicherlich auch einen Beitrag wert.