Sturmbilanz

Ordentlich gekracht hat es heute. Die Vorhersage hatten den Höhepunkt des Sturmes auf 13:00 prognostiziert. Tatsächlich ging es dann fast auf die Minute 1 Stunde später richtig los. Im wahrsten Sinn des Wortes flogen die Tauben waagerecht durch die Luft und leider zeugten die den ganzen nachmittag über heulenden Sirenen der Feuerwehr von den weniger schönen Auswirkungen des Sturms.
Helgoland scheint mit 103 kn (190 km/h) lt. Windfinder einen Spitzenwert erzielt und die Beaufort-Skala „geknackt“ zu haben:

Messergebnisse von Windfinder 28. Oktober 2013 Helgoland
Messergebnisse von Windfinder 28. Oktober 2013 Helgoland

Aber auch Kiel Leuchturm hatte ganz ordentliche Windwerte:

Messergebnisse von Windfinder 28. Oktober 2013 Helgoland
Messergebnisse von Windfinder 28. Oktober 2013 Kiel Leuchturm

Druck in der Luft

Ein Sturmtief eröffnet die Saison der Herbststürme. Das Auge des Tiefs wird den nordwestlichen Rand Schleswig-Holsteins streifen:

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Für die Westküste ist es sicherlich eine beruhigende Nachricht, dass die Windrichtung deutlich aus Süden kommt. Andererseits führt das in Kiel wahrscheinlich zu sehr niedrigen Wasserständen. Derartige Vorhersagebilder sieht man in jedem Fall z. B. auf Windfinder selten (Siehe Vorhersage für 14:00 Uhr)

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Aber auch WundGuru coloriert seine Vorhersage in selten genutzten Farben:

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51 Knoten sind immerhin 10 Windstärken. Mal sehen wir gut die Vorhersagen sind. Der Bericht über die Hanseboot muss da mal warten.

Norddeutsche Segelmarktbeobachtung

Es ist wieder so weit: Die Hanseboot öffnet wieder die Pforten vom 26.10. bis 03.11.2013 in den Hamburger Messehallen. Was so an neuen Segelbooten präsentiert wird, kann man schon hier sehen. Eine erste Schnelleinschätzung: Unter 9 m ist kaum was dabei und damit wird es beim Preis wohl auch nicht unter 60.000 Euro losgehen. Eventuell lohnt sich dennoch ein Bummel durch die Hallen. Eines ist aber bereits jetzt sicher: Einen Ausblick auf die Freie und Hansestadt Hamburg wie den unten stehenden aus dieser Woche, wird es wohl für mich nicht so schnell wieder geben:

Hamburg von der Unibibliothek Oktober 213
Hamburg von der Unibibliothek Oktober 2013

 

Low-tech Luxussegelgadgets

Ich hatte ja vor, hier Stück für Stück Ausrüstungsgegenstände vorzustellen. Nachdem die white sparrow nun geputzt und angeschliffen an Land der Dinge harrt, konnte ich letzte Woche eines meiner Gerburtstagsgeschenke einlösen. Es handelt sich dabei …tatatata… um ein absolut sinnbefreites, chices, low-tech Luxussegelgadget – einen Wantenspannerschoner. Die Welt braucht so etwas nicht, man kann sein Geld ohne Frage besser aus dem Fenster werfen und wahrscheinlich kassiert die Crew der white sparrow ein Haufen Sprüche wegen dieser Nutzlosigkeit. Aber – es ist schon irgendwie cool. Und ich vertrete die Auffassung, dass Geburtstagsgschenke (wie im übrigen auch Weihnachtsgeschenke) sinnbefreit sein dürfen und nicht nützlich sein müssen.

Langes Geschreibsel kurzer Sinn, hier ist ein Exemplar der vier guten Stücke:

watski wantenschonerDie geneigen Leser werden nun fragen: „Wozu das Ganze. ?“ Nun der Mast, nicht nur einer Jeanneau Sun 2000 sondern fast jedes Segelschiffes, wird gehalten durch Wanten, Vorstag und in der Regel Achterstag. Die Verbindung zwischen dem Schiff und der Wante (also dem Stahlseil seitlich vom Mast) wird über den Wantenspanner und die Püttinge realisert. Letztere sind eigentlich nur die Anschlagpunkte am Bootsrumpf. Wantenspanner bestehen aus der Hülse und den Terminals. (Siehe dazu ein Beispiel aus dem SVB Shop) Die Terminals (die Bolzen in der Hülse) haben ein kleines Loch und werden durch Splinte gesichert. Die sehen so aus:

2013 22 Sep_0479Jaha, da sind auch noch der zerschlissene Vereinsstander und ein paar Bolzen zu sehen… Ich meine die Ringsplinte. Davon gibt es auch Stabsplinte. Die nutzt man, um die Terminals vor dem eigenständigen Ausdrehen  zu sichern. Um ganz sicher zu gehen (Yachties sind halt so) sichert man die Sicherungssplinte mit Sicherungsklebeband. Das macht die Hülsen klebrig, was wiederum …ach lassen wir das. Also, diese Wantenschoner schiebt man über die Wantenspanner (wie der Name sinnigerweise impliziert), spart sich das Klebeband und es sieht wohl stylisch aus.

wantenschoner außen

Das ganze besteht aus PVC, außen und innen.

wantensschoner innen

Die Klettverschlüsse wirken solide. Ob es aber eine ganze Saison hält, es am Ende vielleicht doch nicht ganz so sinnentleert ist und sich eventuell doch noch weitere Nützlichkeiten ergeben, werde ich hier erst in einem Jahr berichten können. Sicher bin ich mir schon über eins: die Überreste des Klebebands muss ich dann sicherlich nicht mehr entfernen müssen. Damit wären wir wieder beim Running Gag der Wintersaison: Putzen!  Deswegen mache ich sicherheitshalber schnell Schluß…

Nicht jedoch, ohne etwas Maritimes bildlich zu dokumentieren. Weil ich das Ganze in Eckernförde gekauft habe, gibts hier noch gratis zwei Impressionen aus dem Hafen.

Hafen Eckernförde Oktober 2013Hier der Panaoramablick von der Brücke

05. Oktober 2013 - Hafen Eckernförde
05. Oktober 2013 – Hafen Eckernförde

Nacharbeiten und Winterplanung

Die Wintersaison hat nun Einzug erhalten. Aber nach der Saison ist vor der Saison. Daher stehen schon die ersten Arbeiten und Sichtungen an. Aber ein Schritt nach dem Anderen. Zuerst wurde Tauwerk, Ölzeug und sonstiges Material eingelagert. Die Waschmaschine hat ganze Arbeit geleistet. Ich habe zum einen Waschimprägnierung von Yachticon gegriffen. (Ich finde das Produkt gerade nicht im Internet?). Ob es gewirkt hat, schreibe ich dann hier im nächsten Jahr.

Aber auch das Tauwerk hat seine Reinigung bekommen. Ein alter Bettbezug hat davor geschützt, dass sich die Waschmaschine daran „verschluckt“. Ok, ganz knotenfrei geht so etwas natürlich nicht über die Bühne:

 

Frisch gewaschender Knoten
Frisch gewaschener Knoten

Ansonsten kam noch der Schimmelreiniger zum Einsatz, die Rettungsschlinge hatte während der Saison in der feuchtwarmen Plastikumhüllung mit Untermietern zu kämpfen. Ich habe den kleinen Dingern erklärt, dass wir so etwas ja gar nicht gern haben, einziehen und dann keine Miete zahlen. Da wir uns über diesen Punkt nicht einig wurden, roch es einen Tag lang nach Schwimmbad in der Dusche und die Untermieter waren weg.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell man einen Putzfimmel entwickelt. Daher höre ich hier vorsichtshalber auf, damit nicht noch ein falscher Eindruck entsteht, soll hier noch schnell über den Location-Scout-Ausflug vom letzten Wochenende berichtet werden. Im Sommer hatten wir ja eigentlich vor (siehe entsprechende Blogs) Sonderborg anzulaufen. Aus diversen Gründen hatte das nicht geklappt. Nun war es an der Zeit, zumindest landseitig den Hafen zu inspizieren. Der präsentierte sich bei knackigen 5-6 Bft aber herrlichemSonnenschein und frischen 12 Grad.

 

Sonderborg Hafen 03. Oktober 2013
Sonderborg Hafen 03. Oktober 2013

Der Innenstadthafen war gut gefüllt mit Schiffen der +35 ft Klasse. Kurz überschlagen, wie der Hafen wohl 2 Monate früher bei 25 Grad und 3 Bft ausgelastet sein würde, war schnell klar, dass wir mit der white sparrow eher Schwierigkeiten hätten, uns bei dem Kampf um den besten Platz durchzusetzen.

 

Klappbrücke Sonderborg Hafen
Klappbrücke Sonderborg Hafen

Ein Versuch wäre es, aufgrund der netten Atomsphäre, vielleicht wert. Notfalls werden wir es im etwas außerhalb der Stadt liegenden Yachthafen versuchen – so die Planung. Aber vielleicht geht es ja in der nächsten Saison ganz woanders hin?