Kappeln, Maasholm, Eckernförde und Rendevouz „Surprise“ und „Black Pearl“ II

(Forts.)
Nach dem Ablegen in Maasholm (09.07.) empfängt uns die Ostsee ruppig und mit 4 Bft aus S-SE. Mit Reff 1 im Groß geht es die Küste nach Süden entlang Richtung Eckernförder Bucht. Diese begrüßt uns mit auffrischendem Wind und einer sich immer stärker ausprägenden Welle. Trotz des Reffs geht es mit 6 Knoten und mehr nach Eckernförde. Dort finden wir im Hafen „Im Jaich“ einen etwas überdimensionierten Liegeplatz. Scheinbar sind Schiffe in unserer Kategorie in den Häfen der Ostsee Mangelware. Die Hafenbetreiber richten sich offenbar immer mehr auf die Kategorie „30 Fuß plus“ aus.
Der Wetterumschwung kam am späten Nachmittag mit einer Gewitterfront, die dem gemeinsamen Ausflug der beiden Crews der Eszra (alias Surprise) und der white sparrow abrupt beendete. Da der Markt im Hafen und die Bonbonfabrik bereits besichtigt waren, wog das jähe Ende nicht so schwer. Für die jüngeren Crewmitglieder endete der Tag mit einem Kinoabend:

Kinoabend auf deer white sparrow
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten bewies die Kajüte der white sparrow, dass sie auch für derartige Events geeignet ist.
Am nächsten Tag wurde aufgrund der Wetters ein Hafentag eingelegt. Der Schwerpunkt lag auf dem Besuch des Schwimmbades. Am Abend wurde nochmals fleissig und erfolgreich geangelt. Das angelnde Crewmitglied der white sparrow schnitt mit einem Wittling zwar gewichtsmäßig als zweiter Sieger ab. Da es aber der erste Fisch überhaupt war, wurde das natürlich noch kurz gefeiert. Leider fehlt zu diesem Ereignis der dokumentarische Beweis.
Noch in der Nacht wurde die Kühlkammer der white sparrow angeworfen, um den Fang einzubunkern. Mit diesem Ereignis endete der Hafentag in Eckernförde.

Kappeln, Maasholm, Eckernförde und Rendevouz „Surprise“ und „Black Pearl“

06.07. 2012 – 10.07.2012
Ærø hinter uns lassend, ging es flott über den Kleinen Belt zurück. Eine vom vorherigen Tag aus dem Osten stehende restliche Dünung und das Einschlafen des Windes auf der Höhe von Vejnæs Nakke zwangen zum Anwerfen des Flauteschiebers. Bis Maasholm war also motoren angesagt und entsprechende Langeweile machte sich breit.

Langeweile auf dem Kleinen Belt
Die Schlei empfing uns mit einem Rest an Sonnenlicht und einer unwirklichen Stimmung.

Schlei in Richtung Osten
In Maasholm das übliche Hafentheater und die Entdeckung eines Kleinodes des Segelsportes…

Schneckendreher und Bewachung.
Am nächsten Tag treiben uns östliche Winde mit dem Schleisegel die Schlei nach Westen und Süden.

Kappeln
Die Fahrt über Grund ist so „gewaltig“, dass uns eine Berliner Paddler inklusive ihrer schwimmenden Untersätze in Lee überholen. Man kann ja nicht immer Erster sein….
Eis, einen Kinobesuch (Ice Age 4), eine Nacht im Hafen des ASC Kappeln und einen Kurzausflug nach Arnis später, sind wir wieder auf dem Weg nach… ja genau… Maasholm. Dort soll das Rendevouz mit den später unter dem Codewort „Surprise“ Ostseeruhm erlangenen Weggefährten, von statten gehen. Diese hatten sich ihrem Weg von Ærø über Lyø und Mommark nach Maasholm mit einer Halberg Rassy älteren Datums zurück gebahnt. Wir waren schon auf unserer ersten Station in Damp aufeinander gestoßen.
Der Skipper beeindruckte mich bereits dort durch eine virtuose Akrobatik auf der Aufhängung des Außenborder beim Manövrieren im Hafen. Auch die Chuzpe der Crew, mit der vermeintliche Untiefen „genommen“ wurden, ließ sie in meinen Augen in den Olymp der „Schnipplerkönige“ aufsteigen.
Der Abend in Maasholm verlief mehr oder weniger unspektakluär, vom Freitauchen der Sonnebrille eines Crewmitgliedes der white sparrow und dem nervtötenden Hinweise auf die Gefährlichkeit schleswig-holstinischer Möwen nachts um 23:30 Uhr durch eine selbsternannte „Möwenwarnerin“ mal abgesehen.
Die white sparrow erhielt am nächsten morgen, wie auch die hier nicht weiter mit
Klarnamen zu nennende „Surprise“ einen neuen Codenamen: „Black Pearl“ (wie unsäglich innovativ…).
Ab ging es nun damit nach Eckernförde, dem schlechtesten Wetter unserer kleinen Somerreise entgegen.
(Fortsetzung folgt)

Ærø

03.07.2012 – 05.07.2012
Für Ærø rund war der Wind leider nicht ganz passend und daher waren es nur Søby und Ærøskøbing die wir angelaufen sind. Marstal muss warten, vielleicht wird’s diese Saison ja noch was.
Ærø Nord
Die Begrüßung der Insel konnte besser nicht sein. Es gab sogar die Gelegenheit segelnd zu fotografieren.
Die in Dänemark’s Häfen bekannten und üblichen Aktivitäten wurde sämtlichst und ausgiebig ausgelebt.

Søby Angeln
Leider hatte sich die Stadtverwaltung Søby’s entschlossen, Hafenfest zu feiern. Die Vorläufer waren bereits deutlich zu erkennen. Da die Lust auf Dänische Autoscooter nicht allzu ausgeprägt war, reifte der Entschluss Ærøskøbing einen Besuch abzustatten.
Das Städtchen hat sich die letzten 15 Jahre kaum verändert (wie die anderen 400 Jahre zuvor auch, was wohl dessen Reiz ausmacht) und ist wie immer ein Seglermagnet. Das wiederum lässt mich daran zweifeln, dass die Behauptung, Segler würden die Abgeschiedenheit lieben, zutrifft. Denn wer einmal einen dänischen Hafen wie Ærøskøbing zur Hauptsaison besucht hat weiß, dass „Dänischer Hafen in der Hauptsaison“ der wörtliche Gegensatz zu „Abgeschiedenheit“ ist. Der Fairness zu ihrem Recht verhelfend muss ich einwerfen, dass wir kein Ölsardinenfeeling hatten.
Sei es drum, Dänemark schenkte uns in den Nächten einen wunderschönen Mond, den einzufangen ich nicht schaffte:

Ærøskøbing Mond.jpg
Der Rückweg gestaltete sich wegen ausetzenden Windes wenig seglerisch und erinnerte eher an Motorbootsport…